Ich kann es einfach nicht beschreiben, eine super Voraussetzung für einen Blogeintrag.

Mit der Schule ging es im August für zwei Wochen nach Ruanda. Und es war mehr als wunderbar. Am Anfang war ich eher skeptisch. Die Menschen, mit denen man unterwegs ist, machen die Reise oft erst richtig schön, es kann aber auch echt schief gehen. Meine größte „Angst“ vor dem losfahren (naja, fliegen), waren die Menschen. Die meisten kannte ich nicht so richtig und mir fällt es nicht immer leicht, in eine neue Gruppe reinzukommen. Ganz früh habe ich dann gemerkt, dass meine Angst vollkommen unbegründet war. Schon sehr am Anfang habe ich mich gut mit allen verstanden und die Atmosphäre war klasse.

Die ersten Tage haben wir in Kigali, der Hauptstadt Ruandas, verbracht. Natürlich war alles sehr anders als in meiner deutschen Heimatstadt und umso besser hat es mir gefallen. In unserem Bus sind wir dann durch die Stadt gefahren, haben eine Geisterstadt besichtigt, getrommelt und das Genozid Memorial besucht. Und die Eindrücke sind nur so auf uns eingeprasselt. Die Tage waren sehr intensiv und die Gruppe ist sehr schnell zusammengewachsen. Es ist irgendwie ein sehr seltsames Gefühl, durch die ruandischen Straßen zu laufen. Man sieht kaum andere Weiße und von jedem wirst du schräg angeschaut und trotzdem sind alle super freundlich und herzlich, das macht einen richtig glücklich. Die ganzen verschiedenen Farben, die man sieht, egal ob Obst oder irgendwelche bunten Häuser, lassen einen immer wieder Lächeln.

Nach unserer Zeit in Kigali ging es dann zum Akagera Nationalpark im Osten des Landes. Dort haben wir in Zelten übernachtet und den eindrucksvollen Mond bestaunt, der leuchtend Rot am Abendhimmel stand. Am Abend saßen wir alle 18 um ein loderndes Feuer und haben uns räuchern lassen. Aus Harry Potter Liedern wurden Runda Lieder und aus sauberen Füßen wurden dreckige. Voller Obst und Teigtaschen, nach ein paar Stunden singen ging es dann in die Zelte. Am nächsten morgen gab es den Sonnenaufgang zu schauen und Obst zu essen. Es gibt nichts besseres (Schokolade mal ausgenommen). Unser Bus wurde dann endgültig zu unserem Zuhause, als wir am Tag 14 Stunden durch den Park und Ruanda gefahren sind. Ein paar Tiere gab es auch zu sehen:) und nicht nur eine Schlaftechnik hat sich als zu unbequem herausgestellt.

Im Technikzentrum gab es dann das gleiche, leckere Essen, wie überall. Reis, Kartoffel, Bohnen, Sauce. Ich habe mich gefühlt ausschliesslich von Kohlenhydraten und Vitaminen ernährt. In dem selben Ort gab es dann auch noch ein Genozid Memorial, das wir besichtigten. Am Abend durften wir dann ruandisches Bier probieren und in einer netten Runde  saßen wir noch zusammen und haben alte Spiele wieder ausgepackt.

Der nächste Teil unserer Reise ging über die Partnerschule zum Nyungwe Regenwald. Die Natur dort ist einfach unfassbar. Auf den Teeplantagen konnte man sich auf 3000 Meter Höhe gefühlt zu Tode laufen, die Aussicht war dann aber dafür unvergesslich. Als wäre das noch nicht genug sind wir dann später ein paar Meter illegal in den Regenwald hineingelaufen. Noch beeindruckender als die ganzen Tiere und Pflanzen ist die Geräuschkulisse. Ich habe mich wie in meinem alten Felix der Hase Computerspiel gefühlt, der war nämlich auch im Regenwald und ich war immer hin und weg von den Geräuschen.

Die nächste Übernachtung war am Kivu-See mit einer hammer Aussicht. Wir haben uns wie im Luxusurlaub gefühlt und ein tolle Zeit gehabt, trotz nächtlicher Wanderungen und irgendwelcher mehr oder weniger existenten Krabbeltieren.

Am nächsten Tag waren wir dann wieder an der Schule und haben viel neues kennengelernt. Die ruandische Schule ist vollkommen unvergleichbar mit den Deutschen oder meiner Südafrikanischen Schule, so wie übrigens auch der Rest des Landes. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, das Gefühl ist ziemlich unbeschreiblich.

Am Tag unserer Abreise sind wir dann wieder nach Kigali gefahren. Dort auf dem Markt waren wir dann noch mal richtige Touristen. Zusammen haben wir den Markt unsicher gemacht, gehandelt, Freundschaften geschlossen, diskutiert und Eindrücke gesammelt. Wie Frederick, die Maus.

Voller Melancholie ging es dann mit jeder Menge geschmuggeltem Obst zum Flughafen. Die Reise war mehr als wunderbar und ich kann immer noch nicht fassen, dass ich all das erleben durfte. Ich bin einfach glücklich, dieses Privileg zu haben und so viele wundervolle neue Leute kennen gelernt zu haben (einer davon ist btw. die wunderbare Maggie, die jetzt auch hier dabei ist:). Es fühlt sich total surreal an, wieder im Klassenzimmer zu sitzen. In Gedanken bin ich immer noch in unserem weißen Bus und fahre singend dem roten Mond entgegen.

Es war einfach eine magische Reise. Vielleicht sogar die beste meines Lebens bisher.

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Kigali

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Beim Zelten, oder dem Versuch

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Hippo

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noch ein Hippo

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Teeplantage und Schön halt

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nochmal Tee

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und nochmal

 

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Sonnenaufgang skills

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ja ok, nochmal Tee

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wie gesagt, dreckige Füßchen

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und Obscht

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Kivu See

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Regenwald

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Und nochmal Regenwald

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Marktfarben

Zum Ende muss ich auch noch mal etwas loswerden. So wunderbar und schön die Reise auch war, manche Bilder lassen mich einfach nicht los. Wir haben nicht nur bunte Farben und Spaß gesehen. Der Genozid in Ruanda 1994 war unglaublich tragisch und auch wir wurden während der Reise des öfteren damit konfrontiert. In Kigali im Memorial haben wir schreckliche Bilder gesehen doch das zweite Memorial hat nochmal einen draufgesetzt. Wir waren in einer ehemaligen Kirche, wo damals hunderte Leute kaltherzig abgeschlachtet wurden. Am Boden lagen auf riesigen Stapeln noch Klamotten der Opfer und an der Decke waren Einschusslöcher und Blutspritzer. Vollends sprachlos war ich dann als wir in ein Massengrab gestiegen sind und sogar in Särge reinschauen „durften“. Ich finde es gar nicht so einfach über solche Themen zu reden aber ich finde es wichtig. Damals wurde in den Medien viel zu wenig über den Genozid berichtet und niemand hat geholfen, das ist sehr erschreckend und hätte vermieden werden müssen, man hätte nicht die Augen davor verschliessen dürfen. Und so soll es in der Zukunft auch nicht sein.

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2 thoughts on “Ruanda.

  1. Das krabbeltier war existent und die nächtliche wanderung bleibt eine schöne Erinnerung

    Gefällt 1 Person

    1. mmametsi sagt:

      War wunderbar

      Gefällt mir

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